Ländertausch für 6 Monate

Unterschiede Frankreich-Deutschland

Nikolaus bleibt zu Haus...

Noch eine kleine Anmerkung zum 6. Dezember:

In Deutschland kann man am Morgen des 6. Dezembers Obst, Nüsse und Schokolade in seinen Stiefeln finden, und manchmal auch andere Sachen, wenn man denn seine Schuhe auch gut geputzt hat. In der Nacht zum 6. schaut der Nikolaus in der Regel vorbei um die artigen Kinder zu beschenken. Nicht so in Frankreich. Hier bleiben selbst die geputzten Stiefel leer...

Unser Brauch ist nur in der Gegend "Lorrain" bekannt, wo der "St. Nicolas" ein Heiliger ist.

Noch eine kleine Anmerkung zu den Weihnachtsmärkten. Ich mich gestern unterhalten und erfahren, dass die Weihnachtsmärkte noch nicht lange existieren. Es ist keine französische Tradition und auch nicht so populair. Auch das Plätzchenbacken ist nicht so traditionell.

In Deutschland gibt es wirklich mehr Dinge kurz vor Weihnachten als in Frankreich...

Ich bin jedenfalls auf das Weihnachtsfest gespannt und werde euch dann davon berichten!

Salut

 

1 Kommentar 7.12.06 19:43, kommentieren

Advent, Advent...kein Lichtlein brennt...

Hallo an alle aus einem langsam immer mehr weihnachtlich werdendem Paris!

Wenn es hier abends (mittlerweile ja schon sehr zeitig) dunkel wird, verwandelt sich Paris in eine Lichterstadt. Die Kaufhäuser sind geschmückt und entlang der Champs Elysée sind ebendfalls Lichterketten aufgehängt. Man kann in den Strassen schon die leuchtenden Kinderaugen sehen, die freudig all die Waren in den Schaufenstern bewundern.

Für die Eltern beginnt nun die Planung für das Weihnachtsessen und die Geschenke, während die Kinder die Tage mit Hilfe des Adventskalender zählen. Auch hier werden "Plätzchen" und verschiedene andere Sachen gebacken, und es duftet auch in den Strassen, da die Weihnachtsstände mittlerweile aufgebaut sind. An verschiedenen Stellen findet man kleine Weihnachtsmärkte die dies und das verkaufen. Man dekoriert seine Wohnung, verschickt Karten und freut sich auf die vielen Geschenke...

Alles ähnlich wie in Deutschland...

Eine Sache jedoch, habe ich hier nicht gefunden... den Advent. Während wir Deutschen an den 4 Sonntagen vor Heilig Abend jeweils eine Kerze anzünden und gemütlich zusammensitzen, bleiben die Lichter in Frankreich im Schrank. Warum kann ich euch leider nicht erklären.

Wer eine Idee hat, warum wir eigentlich den Advent "feiern", der schreibe einfach einen Kommentar...

Eine frohe Vorweihnachtszeit euch allen!

Antje

2 Kommentare 5.12.06 17:48, kommentieren

Das franzoesische Schulsystem

Um euch weiteres von der Schule schreiben zu koennen, ist es besser ein paar Grundinformationen zu uebermitteln; da das franzoesische Schulsystem doch etwas von unserem deutschen abweicht.

In Frankreich gibt es 30 Akademien durch die die Schulen verwaltet werden. Diese Akademien sind vergleichbar mit unseren Regionalschulaemtern.

Es gibt keine Schulpflicht in Frankriech. Man kann "Hausunterricht" machen oder eben nicht zur Schule gehen. Allerdings muessen die Eltern dies melden und die Stadt ueberprueft dann in regelmaessigen Abstaenden die familiaeren Bedingungen, die Gesundheit und die Lernfortschritte des Kindes.

Im Alter von 2 bis 6 jahren besuchen die Kinder die Vorschule, école maternelle. Ich denke dass ist vergleichbar mit dem Kindergarten bei uns, wo die Kinder ja auch lernen wie man isst, schneidet, malt usw... Im Alter von 6 Jahren besucht man dann die Grundschule, 5 Jahre lang. Die verschiedenen Schuljahre heissen CP (cours préparatoire), CE1 (cours élémentaire 1), CE2, CM1 (cours moyen 1) und CM2. Danach gehen die Schueler dann auf die Gesamtschule, Collège. Auf dem Collège lernen sie Franzoesisch, Mathematik, 2 Fremdsprachen, Geschichte-Geographie-Gemeinschaftskunde (das ist ein Fach), SVT (Biologie und Geowissenschaften), Physik-Chemie, Technologie, Kunst, Musik und Sport. Als sogenannte Optionen kann man eine Regionalsprache, Latein oder Griechisch lernen. Am Ende des Collège gibts dann eine Pruefung und nach Gelingen dieser bekommt man ein Abschlusszeugnis, diplôme national du brevet. Hat man ein gutes Zeugnis, besteht die Moeglichkeit auf das Gymnasium, lycée zu gehen. Im lycée wiederum gibt es drei Klassenstufen: Seconde; Première; Terminale. In die Seconde gehen alle Schueler noch gemeinsam bevor sie sich dann in der Première fuer ein Profil, welches sich durch eigene Pflichtfaecher, unterschiedliche Lehrplaene und unterschiedliche Stundenzahlen auszeichnet, entscheiden muessen.                           Es gibt: L (littéraire - literarisch); S (scientifique - naturwissenschaftlich) und ES (économique et sociale - wirtschaftlich und sozialwissenschaftlich). Innerhalb der Profile gibt es dann noch weitere Optionen. In der Terminal (wie 12. Klasse) muessen die Schueler dann das Abitur, baccalauréat (kurz bac), ablegen, wobei sie bis zu 12 Pruefungen haben und nur die Noten dieser Pruefungen zaehlen. Das Abitur in Franzoesisch und bis zu 2 weitere Faecher wird aber schon in der Première absoloviert. Die Aufgaben fuer die Abiturpruefungen werden zum gleichen Termin zentral gestellt. Das alles bedeutet viel Stress und Arbeit fuer die Schueler in Frankreich.

Das alles koennt ihr unter http://de.wikipedia.org/wiki/Schulsystem_in_Frankreich nocheinmal nachlesen.

Bis bald! Eure Antje

 

 

 

1 Kommentar 16.9.06 16:08, kommentieren

Pauken; Pauken; Pauken

Bei den Franzosen beginnt der Tag nicht unbedingt mit einem Fruehstueck; meistens wird nur schnell etwas getrunken und dann gehts auch schon per Metro oder Bus oder auch zu Fuss zur Schule. Und davor warten schon etliche Schueler darauf, das Gebaeude betreten zu koennen. Davor werden noch Kuesschen getauscht und ein bisschen getratscht. Der Unterricht beginnt hier um 8 Uhr. Es kann aber auch passieren dass man Freistunden hat und erst um 10 Uhr anfaengt. Der Unterricht dauert dann 55 Minuten und oftmals hat man Doppelstunden. Von 9.55 Uhr bis 10.05 Uhr ist eine kleine Pause (récréation). Eine Fruehstueckspause gibt es hier nicht. Bis 13 Uhr wird dann weiter geschuftet. Eine grosse Mittagspause zum Entspannen und (natuerlich) Essen ist von 13 - 14 Uhr. Man isst in der Kantine oder holt sich etwas im Supermarkt; Baecker nebenan usw...

Kurz etwas zum essen in der Kantine: Ob man in der Kantine isst oder nicht wird hier ganz spontan entschieden. Man muss nicht wochenlang vorher schn nen Speiseplan ausfuellen. Danach bezahlt man mit seiner Chipkarte und geht dann weiter in der Schlange um sich Tablett, Besteck und Glaeser zu nehmen. Man hat dann Auswahl zwischen verschiedenen Vor- und Nachspeisen (kleine Salate; Obst. Joghurt usw...) Danch geht man weiter um sich ein Hauptgericht auszusuchen. Es gibt oft Fisch oder Fleisch und dazu Kartoffeln, Reis, Nudeln... Die Sossen nimmt man sich selber, genauso wie das Baguette. An den Tischen haben ca. 8 Personen Platz und der letzte muss das (stille) Wasser holen. Nach dem Essen (bei dem viel geschwatzt wird) raumt man sein Tablett auf; d.h. man stellt es auf ein Laufband. Die Essensreste muessen auf dem Teller sein und das Besteck daneben. Und dann gehts raus auf den Hof.

Nach der Mittagspause gehts dann wieder straff mit dem Unterricht weiter und es kann auch mal passieren; dass man erst um 18 Uhr Schluss hat.

Oftmals hat man auch Freistunden zwischen dem Unterricht, welche dann genutzt werden um die Hausaufgaben zu erledigen. Diese nennt man permanence.

Zu Hause gehts dann gleich weiter mit dem Lernen; da es hier mehr Hausaufgaben usw. gibt.

Das wars erstmal bis auf weiteres; ich muss jetzt zur Schule!

Bis bald! Eure Antje

1 Kommentar 13.9.06 09:36, kommentieren

Bouffer; Essen...

Jeder muss essen; auch die Franzosen. Ueber die Unterschiede zum deutschen Essverhalten moechte ich hier etwas schreiben.

Zum Fruehstueck gibt es meistens nicht mehr als ein Stueck Baguette oder ein Croissant mit Saft und Kakao. Zum Mittag wird ordentlcih gegessen; zum Beispiel in der Kantine der Schule, oder auch im Café. Ich habe noch nicht in der Kantine gegessen, aber wenn es soweit ist werde ich davon berichten. Meistens gibt es beim Essen 3 Gaenge: Entrée; Plat und Dessert. Entrée ist oft Salat und Dessert etwas Suesses. Ich finde auch, dass die Franzosen leichter Essen. Sie essen Fleisch; aber eher kleinere Portionen. Dazu gibt es Baguette und fast immer Salate.

In den Strassen von Paris sind ueberall kleine Cafés und Restaurantes in denen sich die Leute tummeln bis in den spaeten Abend. Ich denke nicht dass dabei unbedingt dass Essen im Vordergrund steht sondern auch das Treffen von Freunden und vor allem das Reden.

Letzten Samstag waren Freunde zu Besuch bei den Duponts. Wir haben das Essen einige Zeit davor vorbereitet. Kleine Sachen. Serviert wurde dann eines nach dem anderen. Zum Beispiel Spiesser mit Tomate und Mozarella; Weissbrot mit verschiedenen Aufstrichen; Pizza und natuerlich auch Kuchen (Schokolade!).

Dass die Franzosen soooo lange essen stimmt auch nicht zu 100%. Dazu haben sie auch garnicht die Zeit. Am Abend wenn alle fertig sind mit der Schule oder der Arbeit ist es meistens schon um 9. Da hat man keine Zeit stundenlang zu Essen, wenn es frueh zeitig raus geht. Wenn aber Besuch da ist, kann es schon vorkommen dass das Abendbrot 3h dauert; man isst aber nciht ununterbrochen sondern kleine Sachen immer mal zwischendurch und dabei wird viel erzaehlt.

Ich denke aber auch das die Essgewohnheiten teils von Familie zu Familie unterschiedlich sind. Dies sind meine Erfahrungen und ich kann mir vorstellen, dass andere Leute auch andere Erfahrungen gemacht haben.

Lasst es euch schmecken!

Eure Antje

 

1 Kommentar 5.9.06 19:52, kommentieren